Archiv

Artikel Tagged ‘Die Nacht der Wölfe’

Die Nacht der Wölfe – Kapitel 4

29. Juni 2003 Keine Kommentare

Es war absolut dunkel, kein Lichtschimmer war zu erkennen. Nur der volle Mond trieb anscheinend seine Spielchen mit der düsteren Stadt und riss mit seinen Lichtstrahlen gähnende Löcher in den Nebel, wie ein Leuchtturm an einer felsigen Küste. Alles drehte sich um ihn, sein Magen rebellierte, seine Sicht war verschwommen.
Vegeir torkelte zum Scheunentor, suchte mit seiner linken Halt an einem der Bindebalken und versuchte standfest zu bleiben. Doch seine Knie zitterten und er schwankte, bis er sich schließlich mit seinem Rücken an die Wand lehnte. Seine Wunde war nicht echt, eine Täuschung.
Seine Gedanken drehten sich nur noch um das Gesehene, das Erlebte – Vergangenes.
Mehr…

Categories: Literatur Tags:

Die Nacht der Wölfe – Kapitel 3

15. Mai 2003 Keine Kommentare

Etwas fehlte. Irgendetwas fehlte, aber nicht nur hier…
Knieend redete er sich ein, dass es nur Einbildung war. Vegeir blickte sich um. Er erkannte nichts. Und gerade DAS beunruhigte ihn. Das Licht ist weg? Was zum Teufel…

Vegeir hackte den Gedanken ab, während er sich schnellstens aufrappelte.
Etwas war an seiner Hand – etwas krabbelte über seine Hand… Es war das Gefühl, als wenn hunderte Ameisen über den Handrücken laufen würden, doch es hörte nicht auf, obwohl Vegeir auf seine blanke Hand schlug, als ob er die kleinen Krabbler verscheuchen wollte.
Doch… es war nichts! Nichts war auf seiner Hand – keine Ameisen, nicht mal Sand oder ein Strohhalm.
Verdammt nochmal! Mehr…

Categories: Literatur Tags:

Die Nacht der Wölfe – Kapitel 2

18. Januar 2003 Keine Kommentare

Brégo wurde unruhig.
Sie war abrupt stehen geblieben und schnaubte. Sie ging wie erschrocken ein paar Schritte zurück und wieherte leise, als wenn sie Vegeir auf etwas aufmerksam machen wolle.
Dieser kniff die Augen zusammen. Er versuchte etwas in der Dunkelheit zu erkennen. Nichts.

Vegeir streichelte ihr mit seiner linken Hand über den langen Hals und sanft über das Ohr, in welches er leise etwas Unverständliches flüsterte, das die Stute beruhigte.
Stumm starrte er die Strasse entlang. Es war nur der Wind.
Trotz dieses Gedankens verharrte seine Rechte immer noch am Schwertknauf an seiner Taille.

Plötzlich fühlte er etwas an seiner Hüfte. Vegeir zuckte zusammen und mit einer schnellen Bewegung hatte seine Hand etwas gefasst… Mehr…

Categories: Literatur Tags:

Die Nacht der Wölfe – Kapitel 1

22. Dezember 2002 Keine Kommentare

Zuerst die feuchte Nacht, dann der heulende Kamin in der Schenke im letzten Dorf, dessen Name sich nur aussprechen liess, wenn man dreimal so viele Laute ausstieß, als er Buchstaben hatte, aus denen er sich zusammensetzte. Danach ein langer Ritt unter schneidenden Wind und Regen und nun zu guter letzt die Durchquerung des finsteren Dorfes…

Die Hufe klapperten auf dem Asphalt. Das Echo hallte die dunkle Strasse entlang, tief in die Schatten hinein, die abstrakte Zeichen auf der Strasse bildeten. Das fahle Mondlicht und die schwachen Laternen liessen von den Häusern nur wenig erkennen, wobei der schummrige Nebel auch noch sehr behilflich war. Aber auch so reichte der Anblick der Häuser, um deren verwahrlosten Zustand zu erkennen.
Vielen Außenwänden fehlte der Putz, Balken hingen herab, Scheibenstücke hingen nur lose in ihren Rahmen, Türen lagen am Boden, teils zertrümmert, teils gar nicht mehr zu erkennen. Mehr…

Categories: Literatur Tags: