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Dunkelelfen vs. Blutdrachen

Am Horizont war schon der erste silbrige Streifen zu beobachten, der sich innerhalb von einigen Minuten hin zu einem mit seiner Stärke alles durchdringendem Feuerball auswachsen würde. Was die Nacht bis jetzt zu verbergen vermochte, wird sich dann in all seiner Schrecklichkeit offenbaren.
Der Transport des geheiligten Blutkessels war eine Routineaufgabe für Ammon’Karth und seiner Meinung nach hätte Hellebron ihn nicht stärker beleidigen können, ohne ihn offen herauszufordern.
Seine loyalen Gardisten waren zu einfachen Trägern degradiert worden, die nun das gesamte Interieur des Tempels durch die Tundra-Wüste Naggaroths schleppen mussten. Darunter besagter Blutkessel der Hexenkönigin.
Dieses uralte Geschenk Khaines an die Dunkelelfen strömte eine Aura des Entsetzens aus, den selbst die kampferprobten und sonst völlig stoischen Kampfechsen zu spüren schienen. Diese Bestien lösten sonst selbst Angst und Schrecken unter den Gegnern aus – nun aber traute sich nicht eine in die Nähe des Kessels.

Ammon’Karth war froh, dass der Kessel nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fiel, sondern persönlich von der Tempelvorsteherin mit ihrem Gefolge von Hexen-Priesterinnen und -Kriegerinnen begleitet wurde.
Er war dafür zuständig den Kessel vor eventuellen Feinden zu beschützen – nicht, dass glaubte, irgendjemand würde sich auch nur annähernd trauen, den Kessel anzugreifen – nein, er war der Meinung, die Mission sei einzig und allein Schikane, welche die Hexenkönigin ihm anzugedeihen dachte.
Nichts desto trotz hatte er seine gesamte Armee aufgeboten, um die Wünsche der Hexenkönigin zu erfüllen. Schließlich war er daran interessiert noch ein paar Sonnenaufgänge zu erleben. Im Geiste ließ er nochmal seine Gefolgschaft einzeln passieren…

Zu allererst waren da seine adlige Gefolgschaft auf ihren gefürchteten Kampfechsen(ER). 10 von ihnen waren ihm gefolgt, davon trug einer die Standarte seines Hauses – das gefürchtete Hydrabanner und ein weiterer das Banner des Mordens. Diese wenigen reichten schon aus um mit jeglicher Gefahr fertig zu werden.
Trotzdem hat er auch Gardisten aus seiner Heimatstadt mitgenommen. 16 Armbrustschützen(RE) und 20 Speerträger(ST) begleiteten ihn voll ausgerüstet in die Schlacht, unterstützt von zwei Repetierspeerschleudern(S1/2). 10 schwarze Reiter(SR1/2) waren seine Augen und Ohren und eine kleine Abteilung der Henker von Har Ganeth(He) hatte sich auch ihnen angeschlossen.
Der Kessel wurde begleitet von zwei Gruppen Hexenkriegerinnen, die jeweils von einer Priesterin angeführt wurden(Hx1/2).
Obwohl sie von den Hexen mit hasserfüllten Blicken bedacht wurde, hatte Ammon’Karth nicht darauf verzichtet Morgana(M) als magische Unterstützung mitzunehmen. Sie war zwar noch relativ jung, konnte aber gegen magische Angriffe behilflich sein.
Er selbst ritt auf einer Echse in den Kampf und würde es mit jeder Gefahr notfalls auch persönlich aufnehmen.

Dies war also seine Armee.

So bewegten sie sich also gemächlich voran, als sie gegen Ende des Tages unerwarteter Weise auf ein altes Schlachtfeld trafen.
Hunderte alter, verrosteter Waffen und Rüstung lagen überall verstreut und einzelne Knochen waren auch noch zu erkennen, doch all dies beeindruckte Ammon’Karth nicht im Geringsten – der Tag ging zu Ende und dieser Platz war genauso gut, wie jeder andere um Rast zu machen. Er ließ also anhalten und ein Lager aufschlagen. Dann bestimmte er die Wache für diese Nacht und ging ein sein Zelt, um ein paar Stunden Schlaf zu finden.

Kurz nach Mitternacht wurde er wach.
War es wirklich Schlachtgetümmel, was er dort hörte? Ohne eine Sekunde zu zögern, stürmte er aus dem Zelt – und tatsächlich, buchstäblich aus dem Nichts erschienen Krieger und machten sich auf, sein Lager zu stürmen.
Mit der Erfahrung eines kampferprobten Generals machte er seine Armee bereit, dem Angriff entgegen zu treten. (Anbei eine kleine Skizze zum Frontenverlauf)

Mein Gegner war Mac mit seinen Blutdrachen, die er vor kurzem in seiner unermesslichen Freizeit als Lehrer(nimm’s mir nicht übel), vollständig in 2500 Punkte-Größe bemalt hatte – und das mit echt respektablem Ergebnis.
Mir standen also gegenüber, von links nach rechts: Ein Regiment Fluchritter, zwei Bases Fledermäuse, ein 2-stufiger Nekromant auf Pferd, ein Regiment Wölfe, ein Regiment Skelette mit einem Vampir-Baron, das Hauptregiment Skelette mit dem Vampir-Graf, ein 2-stufiger Nekromant zu Fuß, eine Banshee, ein Trupp Ghule, drei Vampirfledermäuse, ein drittes Regiment Skelette, drei Bases Geister, nochmal drei Vampirfledermäuse und ein zweites Regiment Ghule.
Damit stand ich gar nicht einer so großen Magieübermacht gegenüber und meine Stimmung nach der Armeevorstellung war auch nicht so schlecht. Um die Banshee sollte sich mein General mit der Drachenschleuder kümmern, weshalb ich ihn nicht wie angedacht in das Echsenritterregiment steckte, sondern nebenherlaufen ließ.

Die Aufstellung ist leider nicht so perfekt verlaufen, da ich bei fast allen Regimenter zuerst aufstellen musste – es lohnt sich schon alleine deswegen viele kleine Regimenter aufzustellen, damit man die wichtigen zum Schluss plazieren kann.
So stand nun mein teuerstes Regiment verloren auf der rechten Seite und ich hoffte, es zu den Vampiren nach links zu bekommen, den eine Variante meines Schlachtplans war es, alles Verfügbare auf das Generalsregiment zu werfen, um den Vampir-Grafen durch überzähligen Schaden so früh wie möglich zu vernichten. Dann würde sich der Rest der Armee von alleine in Staub verwandeln.

Dunkelelfen, Zug 1
Ich bekam also den ersten Zug und bewegte die Henker und Speerträger so weit vorwärts, dass ich die Echsen diagonal auf die linke Seite ziehen konnte. Ansonsten richtete ich nur meine Schlachtreihe aus, um links gemeinsam angreifen zu können.
Die linken schwarzen Reiter(SR1) bot ich dem Generalsregiment zum Angriff an und mit den rechten besetzte ich den rechten Hügel, um im nächsten Zug die Ghule anzugreifen.
In der Schussphase konnten die Schleudern nur die Wölfe sehen und nach einem Hagel von Speeren stand nur noch einer von ihnen.

Blutdrachen, Zug 1
Auch in Macs ersten Zug geschah nichts Spektakuläres. Da sein Wolfsregiment faktisch verschwunden war, hatte er genug Platz seine beiden Skelettregimenter auf einer Linie nach vorne zu bewegen. Er rückte also die linke Seite etwas verhalten (bis auf die Fluchritter) nach vorne und liess die rechte Seite mit vollen 4 Zoll nach vorne preschen!
In der Mitte besetzte er mit den Ghulen, der Banshee, dem Nekromanten und den Vampirfledermäusen den Friedhof. Seine Banshee war außerhalb von 8 Zoll meiner Truppen und so blieb nur noch die Magie über.
Hier bleibt nur festzuhalten, dass ich eine Bannrolle benutzte und er einen Armbrustschützen erledigte ansonsten war nichts los.

Dunkelelfen, Zug 2
Jetzt kam mein großer Auftritt. Ich hatte vor die Banshee zu erledigen und mit Hilfe des Banner des Mordens, sein Generalsregiment anzugreifen. Wenn alles gut ging, könnte das Spiel nach dieser Runde schon fasst erledigt sein.

Ammon’Karth sah, dass die Elite seiner Armee bereit war. In Angriffsformation ließ er sie zügig vorrücken. Sollten sie es schaffen den Vampir, der hinter all diesen Truppen stand zu erledigen, wäre der Kampf schon so gut wie beendet. Ohne ihren Herrscher waren diese Untoten nur eine Ansammlung von Staub und Erde. Er vertraute vollkommen den Fähigkeiten seiner Echsenritter und sollten sie den Vampir erreichen, würde er den Rest seiner Armee überhaupt nicht mehr benötigen. Er gab also das Zeichen zum Angriff.
Und tatsächlich. Angetrieben vom bluttriefenden Banner erreichten die Echsen den Gegner ohne Probleme. Allein die Wucht des Aufpralls ließ Knochen durch die Gegend wirbeln und eine riesige Staubwolke verdeckte Ammon’Karth die Sicht. Die Schlacht war so gut wie erledigt…

Nachdem alle Würfel geworfen waren standen noch 6 Skelette und sein Vampir. Trotz 21 Attacken mit Wiederholungswürfen fürs Verwunden hatte ich es nicht geschafft seine 20 Skelette zu vernichten, aber noch war nicht aller Tage Abend.
Mein Champion hatte sogar die Herausforderung seines Generals überlebt und so war ich frohen Mutes – wohl auch berechtigt, denn die Miene meines Gegners schien sich unaufhaltsam zu verfinstern.
Nun – dieser Kampf im Zentrum der Schlacht sollte auch die Schlacht entscheiden, aber anders als gedacht…
Es bleibt noch festzuhalten, dass mein Plan die Banshee mit der Drachenschleuder zu erwischen nicht gelungen ist, da wir uns nach einiger Diskussion geeinigt haben, dass diese hinter einer Mauer stand, durch die sie zwar schießen, ich aber nicht sehen konnte. An dieser Stelle gebe ich den Tipp jegliches Geländestück VOR dem Spielbeginn eindeutig zu bezeichnen und die Regelauswirkungen zu besprechen, dann gibt es während des Spiels keine Probleme.
Ähnliches ist mir übrigens auch auf der rechten Seite passiert, wo sich die Ghule so positioniert haben, dass ich sich eine kleine Ecke unpassierbares Gelände auf meinem Angriffsweg befand und ich so mit dieser Seite des Schlachtfeldes schon abgeschlosssen hatte…

Blutdrachen, Zug 2
Um die Sache nicht unnötig in die Länge zu ziehen, das Wichtigste zuerst. Meine Echsenritter – die Elite und Augenweide meiner Armee – sind geflohen.
Da sie sich, angetrieben von riesigen Mordgelüsten, ziemlich weit alleine nach vorne gewagt haben, mussten sie einen Angriff des zweiten Skelett-Regiments in die Seite hinnehmen. Meine Hexen waren leider noch nicht weit genug mitgekommen, um diese Seite zu beschützen und so war ein Paniktest wegen des Flankenangriffs unausweichlich.
Nun, was soll ich sagen – eine 11 zu würfeln ist in solchen Situationen wohl nicht unbedingt angebracht, oder?
Es flohen also knappe 600 Punkte aus dem Kampf und wurden von den Skleletten niedergerannt – was auch sonst.
Von der rechten Seite brauche ich garnicht mehr reden, da die Speerträger, die ich ebenfalls zu weit nach vorne gestellt hatte, gegen Skelette, Ghule und Gespenster keine Chance hatten und nun die Henker die einzigen waren, die diesen Ansturm noch aufhalten könnten. Meine Speerschleudern wurden von plötzlich aus dem Erdboden schießenden Zombies bedroht, aber sonst bliebt die Magiephase relativ ruhig.

Hier sollte ich eine kritische Analyse meiner Taktik anbringen, die – wie kann es anders sein – ziemlich vernichtend ausfällt.
Ich habe mich provozieren lassen, meinen ursprünglichen Plan aus Hektik fallen zu lassen um zu greifen, was zu greifen war. Auch wenn Du die Möglichkeit hast, einen Überraschungangriff zu starten – überdenke ihn gut und schätze ab, wie er sich auf Deinen Gesamtplan auswirkt. Selbst wenn er gut geht, könnte sich die ganze Schlacht noch gegen Dich wenden.
Lasst Euch also nicht herrausfordern, bleibt zusammen und schlagt mit geballter Kraft zu, und zwar dort, wo Ihr auf jeden Fall großen Schaden anrichten könnt – also anders, als ich es gemacht habe.

Dunkelelfen, Zug 3
Was war also noch zu retten? Meine Echsenritter hatten das Generalsregiment schon ganz nett dezimiert und damit ihr Tod nicht absolut umsonst gewesen war, fasste ich eine Entscheidung und spielte Alles oder Nichts.
Ich griff mit meinem General den seinen an! Obwohl ich mir keine allzu große Chancen im fairen Nahkampf errechnete, hatte sich doch die Hinterhältigkeit eines echten Druchii schon häufig bewährt. Diese Niederträchtigkeit in Form des schwarzen Amulett war es, die mich auch wirklich diesen unfairen Nahkampf gewinnen ließ.

Blutdürstend gab Ammon’Karth seiner Echse die Sporen. Der Aufprall war furchtbar. So als ob er gegen eine Wand gelaufen sei prallte er von dem Vampir zurück. Dieses Monster schien keinen Schmerz zu kennen, aber noch war er nicht am Ende seiner Künste. Jahrhunderte lang hat er bei den besten Elfen trainiert, die der Hexenkönig aufzubieten hatte, was also sollte ihn aufhalten?
Schneller als ein menschliches Auge wahrnehmen könnte, zog Ammon’Karth sein Schwert und stieß es in der gleichen Bewegung nach dem Hals seines Gegners. Diese Bewegung schien selbst den Blutdrachen ein wenig überraschen, der nur mit Mühe seine Klinge vor seinen Hals bringen konnte, um den Schlag abzuwehren. Doch jetzt setzte der Dunkelelf angespornt von seinem Erfolg mit unglaublich präzisen Schlägen nach und tatsächlich – er konnte den Vampir verwunden.
Seine Freude dauerte allerding nur kurz, denn als der Vampir alte, fast vergessene Worte murmelte, schlossen sich dessen Wunden wie von Zauberhand. Er hatte es noch nie selbst gesehen, aber er hatte davon gehört, das große, mächtige Vampire sowohl untote Krieger erschaffen, als auch ihre eigene untote Energie erneuern können.
Der Blutdrache lächelte – und schlug zu.
Ammon’Karth spürte, wie die Klinge in sein Fleisch eindrang. Da leuchtete das schwarze Amulett in seiner unheiligen Energie auf und das Lächeln des Blutdrachen verwandelte sich in eine Fratze. Mit fürchterlichem Gebrüll verwandelte sich der stolze Vampir in ein Häufchen Asche und die Zeit schien stillzustehen.

Ich hatte tatsächlich den General vernichtet!
Damit war das Spiel schon fast vorüber und lässt sich folgendermassen zu Ende führen:
Meine Henker hatten die rechte Seite tatsächlich bis jetzt gehalten, und indem sie weiterhin Skelette plätteten, konnten sie sogar die Geister mithilfe des Kampfergebnisses fast vernichten. Ihr glaubt gar nicht, was schwere Rüstung ausmachen kann!!!
Auf der linken Seite ritten die Fluchritter ohne Probleme durch meine Armbrustschützen, begannen aber sich von alleine aufzulösen und sollten es nicht mehr bis in die Mitte schaffen. Meine Hexen hatten sich bis dahin an dem zweiten Skelettregiment gütlich getan und dieses sogar noch vernichtet, bevor es den Vampir erwischt hat.
Alle Reste erledigten sich selbst und so blieb am Ende tatsächlich noch ein großer Sieg für mich übrig.

Fazit
Meine Taktik-Schwäche an diesem Abend lässt sich gar nicht leugnen, allerdings habe ich mit der Armeeaufstellung etwas mehr Glück gehabt. Der Blutkessel ist nach neuen Regeln einfach unbezahlbar. Die Wiederholungen von Verwundungswürfen können entscheidend sein. Außerdem werden Hexen damit noch besser und die 24Zoll Reichweite ist mehr als ausreichend.
Die Henker waren als Unterstützung für die Speerträger gedacht, die ich ja ungestüm verheizt hatte, und haben sich wacker geschlagen. In Kombination wären beide noch besser gewesen.
Die Echsenritter waren einfach zu teuer. Als Schocktruppe sind sie super, was gegen Untote allerdings nicht ganz so viel bringt. Da ich die Armee als Turnierarmee aufgestellt habe, hatten sie aber dennoch ihre Berechtigung.
Dass ich auf Magie verzichtet habe, hat sich bewährt, denn auch wenn einige Sprüche des Gegners durchkommen, so kann ein Dunkelelf das mit den gesparten Punkten wieder wett machen.
Ach ja – das schwarze Amulett kann Euch retten – muss es aber nicht, also verlasst Euch lieber nicht darauf, sondern auf eine gute Taktik. Das nächste Mal werde ich das auch so machen.

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